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Finanzierung · 9 Min. Lesezeit

Immobilienfinanzierung in Bern-Mittelland: Überblick

Zinsumfeld, Eigenmittel und Tragbarkeit — was für eine Finanzierung in der Region konkret gilt.

Sayan Satkunam

Sayan Satkunam · B. Sc. Banking & Finance

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 01. August 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Das Zinsumfeld

Der SNB-Leitzins liegt seit Juni 2025 bei 0.0 % und wurde am 18. Juni 2026 bestätigt. Zehnjährige Festhypotheken bewegen sich um rund 1.4 bis 1.6 %, SARON-Hypotheken nahe null, der hypothekarische Referenzzinssatz steht bei 1.25 %. Das Umfeld ist für Käuferinnen und Käufer günstig — der entscheidende Punkt bei der Kreditvergabe ist aber ein anderer.

Der kalkulatorische Zins bleibt die Hürde

Banken prüfen die Tragbarkeit nicht mit dem Marktzins, sondern mit einem kalkulatorischen Satz von rund 4.5 bis 5 %. Dazu kommen 1 % des Liegenschaftswerts für Unterhalt und die Amortisation der zweiten Hypothek. Die Summe darf ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Genau hier scheitern Finanzierungen — nicht am aktuellen Zins und meist auch nicht am Eigenkapital.

Was die Preise in der Region bedeuten

Die Spannweite in Bern-Mittelland ist erheblich: In Zentrumslagen der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen über 10 200 Franken pro Quadratmeter gehandelt, in Köniz um 7 900, in nördlichen und ländlicheren Gemeinden deutlich darunter. Für die Finanzierung heisst das: Wer in einer günstigeren Gemeinde sucht, kommt mit demselben Einkommen zu deutlich mehr Fläche — oder überhaupt erst in den tragbaren Bereich.

Eigenmittel und Vorsorgegelder

Verlangt werden mindestens 20 % Eigenkapital, davon mindestens 10 Prozentpunkte aus harten Eigenmitteln — Ersparnisse, Wertschriften, Säule 3a. Pensionskassengelder sind bis 10 % des Kaufpreises anrechenbar, per Vorbezug oder Verpfändung, und ausschliesslich für selbstbewohntes Wohneigentum. Bei Renditeobjekten scheiden Vorsorgegelder aus, und die Anforderung steigt auf 25 bis 30 %.

Kaufnebenkosten im Kanton Bern

Einzurechnen sind rund 3 bis 4 % des Kaufpreises: die Handänderungssteuer von 1.8 %, die üblicherweise die Käuferschaft trägt, sowie Notariats- und Grundbuchgebühren. Diese Beträge müssen aus Eigenmitteln finanziert werden und laufen nicht über die Hypothek — ein Punkt, der bei der Budgetplanung regelmässig vergessen geht und kurz vor dem Notartermin zum Problem wird.

Unabhängig vergleichen

Wir sind an keine Bank gebunden und erhalten keine produktabhängigen Vertriebsvergütungen einer einzelnen Anbieterin. Verglichen werden die Angebote von über 25 Banken, Versicherungen und Pensionskassen; verhandelt wird über die Marge, nicht über den Schaufensterzins. Das gilt für den Ersterwerb ebenso wie für Ablösung und Erneuerung, wo sich mit der richtigen Struktur oft spürbar sparen lässt.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Finanzierungsumfeld 2026

Der SNB-Leitzins liegt seit Juni 2025 bei 0.0 % und wurde am 18. Juni 2026 bestätigt; zehnjährige Festhypotheken bewegen sich um rund 1.4 bis 1.6 %, der hypothekarische Referenzzinssatz liegt bei 1.25 %. Trotz dieses tiefen Niveaus rechnen Banken die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zins von 4.5 bis 5 % — das bleibt für viele Haushalte die eigentliche Hürde, nicht der Marktzins. Verlangt werden mindestens 20 % Eigenkapital, davon mindestens 10 Prozentpunkte aus harten Eigenmitteln ausserhalb der Pensionskasse.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Wie überall in der Schweiz mindestens 20 % des Kaufpreises, davon mindestens 10 Prozentpunkte aus harten Eigenmitteln ausserhalb der Pensionskasse. Bei Renditeobjekten meist 25 bis 30 %.
Die kalkulatorischen Wohnkosten dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Für ein Objekt zu 800 000 Franken sind das grob 138 000 Franken Jahreseinkommen.
Die Zinssätze kaum, die Objektbeurteilung schon. Banken bewerten Lage und Fungibilität mit — ein Objekt in gefragter Agglomerationslage wird anders eingeschätzt als eines in peripherer Lage.

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