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Marktanalyse · 12 Min. Lesezeit

Immobilien als Investment in der Schweiz: Der Leitfaden für Einsteiger

Direktinvestition oder REITs? Welche Strategie passt zu Ihrem Profil? Risiken, Renditen und erste Schritte für Immobilien-Investoren.

Sayan Satkunam

Sayan Satkunam · B. Sc. Banking & Finance

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 15. April 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Warum Immobilien im Schweizer Kontext

Die Schweiz hat eine der tiefsten Wohneigentumsquoten Europas (ca. 36%). Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist strukturell hoch. Hohe Einwanderung, restriktive Bauvorschriften und knappes Bauland sorgen für stabile bis steigende Mieten. Die Währungsstabilität des Schweizer Frankens reduziert Währungsrisiken für in-der-Schweiz investierende Anleger.

Direktinvestition: Vollständige Kontrolle, höhere Anforderungen

Beim Direktkauf einer Renditeliegenschaft sind Sie Vermieter mit allen Pflichten und Rechten. Sie entscheiden über Mieter, Renovationen und Finanzierung. Vorteile: direkte Kontrolle, Finanzierungshebel, steuerliche Abzüge. Nachteile: grosse Kapitalbindung, Verwaltungsaufwand, Klumpenrisiko, Illiquidität.

Immobilienfonds und REITS als Alternative

Kotierte Schweizer Immobilienfonds (z.B. UBS Sima, CS REF Siat, Swiss Prime Site) sind an der SIX handelbar und ermöglichen breite Diversifikation ab kleinen Beträgen. Sie weisen oft ein Agio (Aufpreis gegenüber NAV) auf – prüfen Sie, ob das Agio gerechtfertigt ist. Anlagestiftungen sind nur für Pensionskassen zugänglich.

Erste Schritte für Einsteiger

Beginnen Sie mit einer klaren Analyse Ihrer Finanzlage: Verfügbares Eigenkapital, monatliche Liquidität, Risikobereitschaft, Zeithorizont. Entscheiden Sie dann zwischen Direktinvestition und indirekter Anlage. Bei Direktinvestition: Fokus auf bekannte Regionen, einfache Objekte (2–4 Einheiten) und professionelle Beratung für erste Transaktion.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Einordnung und Ausblick

Getragen wird die Preisentwicklung in Bern-Mittelland von einem knappen Angebot, einer stabilen Zuwanderung in die Agglomeration und einem weiterhin tiefen Zinsumfeld. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das eine solide Ausgangslage, für Kaufinteressierte anhaltenden Wettbewerb um gut gelegene Objekte. Wichtiger als der Gesamttrend bleibt die Mikrolage: Zwischen einzelnen Quartieren derselben Gemeinde liegen regelmässig mehrere Tausend Franken pro Quadratmeter — Zahlen auf Kantonsebene taugen deshalb nur als grobe Orientierung.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Für Direktinvestitionen (Eigentumswohnung zur Vermietung) brauchen Sie mind. CHF 150’000–300’000 Eigenkapital. Für Einstieg mit weniger Kapital bieten sich Schweizer Immobilienfonds (kotiert an der SIX, ab CHF 1’000 handelbar) oder Anlagestiftungen für Pensionskassen an.
Ja – aber differenzierter als in den Boom-Jahren 2010–2022. In Städten sind Einstiegsrenditen tief (2–3%), dafür höhere Wertstabilität. In Bern-Mittelland sind 3–4.5% Nettorendite realistisch. Entscheidend sind: Lage, Vermietbarkeit und Einstiegspreis.
Warnsignale: Rendite deutlich über 5% (kann auf Probleme hinweisen), Leerstand über 10%, hoher Sanierungsbedarf ohne Preisabschlag, Lage mit negativer Bevölkerungsentwicklung. Positiv-Signale: Unter 3% Leerstand, stabiler Mieter-Mix, GEAK B/C, attraktive ÖV-Anbindung.

Bern-Mittelland

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