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Mehrfamilienhäuser · 8 Min. Lesezeit

Renditeobjekte in Bern-Mittelland: Marktüberblick

Wo Anlageobjekte verfügbar sind, welche Renditen realistisch sind und weshalb der grösste Teil des Marktes unsichtbar bleibt.

Sajeevan Satkunam

Sajeevan Satkunam · Eidg. Dipl. Immobilienbewerter

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 01. August 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Ein enger, überwiegend unsichtbarer Markt

Wer in Bern-Mittelland ein Renditeobjekt sucht, stellt schnell fest: Auf den Portalen ist wenig zu finden, und was dort erscheint, ist oft entweder überteuert oder mit Problemen behaftet. Der Grund ist strukturell. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern verkaufen ungern öffentlich, weil ein Inserat die Mieterschaft verunsichert, Verkaufsdruck signalisiert und unqualifizierte Anfragen anzieht. Entsprechend läuft ein grosser Teil der Transaktionen über bestehende Netzwerke.

Wo der Bestand liegt

Regional konzentriert sich das Angebot dort, wo in der Nachkriegszeit viel Mietwohnungsbau entstand: im Worblental mit Ittigen und Bolligen, in Ostermundigen, in Teilen von Köniz und im Norden Richtung Zollikofen. In der Stadt Bern selbst sind Objekte rar und werden zu Renditen gehandelt, die für viele Investoren nicht mehr aufgehen. Wer Bestand sucht, wird in der Agglomeration eher fündig als im Kern.

Realistische Renditeerwartungen

Marktüblich sind Bruttorenditen von rund 5 bis 6 Prozent bei reinen Anlageobjekten, 4 bis 5 Prozent bei Wohn- und Geschäftshäusern und 3 bis 4 Prozent in Premiumlagen. Wer deutlich höhere Zahlen sieht, sollte genau hinschauen: Meist beruhen sie auf nicht nachhaltigen Mieten, verschwiegenem Unterhaltsstau oder einer Lage mit Leerstandsrisiko. Eine hohe ausgewiesene Rendite ist ein Anlass zur Prüfung, nicht zur Freude.

Die mietrechtliche Leitplanke

Bei der Beurteilung ist Artikel 269a OR mitzudenken: Bei einem Referenzzinssatz von 1.25 Prozent liegt die zulässige Nettorendite bei maximal 3.25 Prozent. Objekte, deren Ertrag auf überhöhten Mieten beruht, tragen ein Anfechtungsrisiko — und finanzierende Banken rechnen ohnehin mit haltbaren Ansätzen. Wer beim Kauf mit Ist-Mieten kalkuliert, die nicht nachhaltig sind, kauft ein Problem mit.

Was beim Zugang hilft

Weil der Markt über Netzwerke läuft, entscheidet der Zugang. Ein hinterlegtes Anlageprofil — Budget, Zielrendite, Objektgrösse, Risikoprofil — sorgt dafür, dass Sie kontaktiert werden, wenn etwas Passendes verfügbar wird, oft bevor es überhaupt an den Markt geht. Ebenso wichtig ist Reaktionsfähigkeit: Wer die Finanzierung vorab geklärt hat, kann verbindlich handeln, und genau das qualifiziert einen Käufer im Off-Market-Segment.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Renditeobjekte in der Region

Marktüblich sind in Bern-Mittelland Bruttorenditen von rund 5 bis 6 % bei reinen Anlageobjekten, 4 bis 5 % bei Wohn- und Geschäftshäusern und 3 bis 4 % in Premiumlagen. Entscheidend ist die mietrechtliche Leitplanke: Bei einem Referenzzinssatz von 1.25 % liegt die zulässige Nettorendite bei maximal 3.25 % (Art. 269a OR). Renditeangaben, die auf überhöhten Sollmieten beruhen, halten einer Prüfung nicht stand — und werden auch von finanzierenden Banken nicht mitgetragen. Das Worblental gehört zu den Regionen mit dem höchsten Bestand an Renditeobjekten rund um Bern.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Rund 5 bis 6 Prozent brutto bei reinen Anlageobjekten, 4 bis 5 Prozent bei Wohn- und Geschäftshäusern und 3 bis 4 Prozent in Premiumlagen.
Der grösste Bestand liegt im Worblental sowie in den älteren Agglomerationsgemeinden. In der Stadt Bern selbst sind Objekte selten und teuer.
Weil ein grosser Teil der Transaktionen ohne öffentliche Ausschreibung läuft. Inserate verunsichern Mieter und signalisieren Verkaufsdruck.

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