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Wissensbrief · Anlage

Renditeobjekte bewerten

Bei Renditeobjekten entscheidet der nachhaltig erzielbare Nettoertrag im Verhältnis zum Kapitalisierungssatz über den Wert — nicht die Substanz allein. Der Satz hat dabei den grössten Hebel: Ein halbes Prozent verschiebt bei einem mittleren Objekt eine halbe Million. Seriös hergeleitet wird er aus realen Transaktionen, nicht aus einer Tabelle.

Für wen:
Anleger, Treuhand, Banken, Erbengemeinschaften
Wann:
Vor Kauf, Verkauf oder Finanzierung
Aufwand:
Lesezeit rund 12 Minuten
Punkte:
20
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Die Systematik

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Vom Bruttoertrag zum Nettoertrag

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Hier verschwinden regelmässig mehr als dreissig Prozent.

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Der Kapitalisierungssatz

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Die mietrechtliche Grenze

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Sie begrenzt, welcher Ertrag überhaupt kapitalisierbar ist.

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Marktübliche Grössen

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— Zur Einordnung

Warum die Bruttorendite als Vergleichsgrösse untauglich ist

Sie ist einfach zu rechnen und deshalb weit verbreitet — sagt aber nichts über Leerstand, Unterhaltszustand oder Rückstellungsbedarf. Zwei Objekte mit identischer Bruttorendite können sich in der tatsächlichen Ausschüttung um Faktoren unterscheiden, etwa wenn beim einen die Hülle saniert ist und beim anderen Dach, Fenster und Heizung gleichzeitig anstehen. Zwischen Brutto- und Nettoertrag verschwinden regelmässig mehr als dreissig Prozent.

Der Kapitalisierungssatz ist die entscheidende Grösse

Kein anderer Parameter hat einen vergleichbaren Hebel. Bei einem Nettoertrag von 180'000 Franken bedeutet ein halbes Prozent Unterschied eine halbe Million im Ertragswert. Wer ihn aus einer Tabelle übernimmt statt aus realen Transaktionen herzuleiten, verlässt sich auf einen Durchschnitt, der zum konkreten Objekt nicht passen muss. Seriöse Bewertungen legen offen, welche Vergleichstransaktionen herangezogen wurden.

Grenzen dieses Wissensbriefs

Er stellt die Systematik dar und nennt die Grössenordnungen, die in Bern-Mittelland marktüblich sind. Er ersetzt keine dokumentierte Bewertung: Der Kapitalisierungssatz muss objektbezogen hergeleitet, die nachhaltigen Mieten müssen geprüft und die Substanz muss beurteilt werden. Bei Renditeobjekten im Millionenbereich steht der Aufwand für eine sorgfältige Bewertung in keinem Verhältnis zu dem, was ein falscher Ansatz kostet.

— Häufige Fragen

In Bern-Mittelland rund 5 bis 6 Prozent brutto bei reinen Anlageobjekten, 4 bis 5 Prozent bei Wohn- und Geschäftshäusern. Deutlich höhere Werte sind ein Prüfauftrag.
Weil sie über oder unter dem Marktniveau liegen können. Massgebend ist, was nachhaltig und mietrechtlich haltbar erzielbar ist — Banken rechnen ohnehin so.
Aus realen Transaktionen vergleichbarer Objekte in derselben Region, angepasst an Lage, Zustand, Mieterstruktur und Restnutzungsdauer.
Bei einem Referenzzinssatz von 1.25 Prozent liegt die zulässige Nettorendite bei maximal 3.25 Prozent auf dem investierten Eigenkapital nach Artikel 269a OR.

Bern-Mittelland

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