— Entscheidungshilfe · Kauf
Kaufen oder mieten?
Mieten ist nicht rausgeworfenes Geld — Sie zahlen für ein Dach über dem Kopf, wie eine Eigentümerschaft für Zins und Unterhalt zahlt. Entscheidend sind drei Grössen: die geplante Wohndauer, das verfügbare Eigenkapital und die Frage, ob die Tragbarkeit mit fünf Prozent kalkulatorischem Zins aufgeht. Unter fünf Jahren rechnet sich ein Kauf wegen der Nebenkosten selten.
- Für wen:
- Alle, die vor der Grundsatzentscheidung stehen
- Wann:
- Bevor Sie mit der Objektsuche beginnen
- Aufwand:
- Durchdenken rund 2 Stunden
- Punkte:
- 18
Die harten Voraussetzungen
0/3Ohne diese drei geht es nicht — unabhängig von allen anderen Überlegungen.
Was für Kaufen spricht
0/5Was für Mieten spricht
0/5Die Rechnung ehrlich aufstellen
0/5— Typische Ausgangslagen
Sie sind Anfang dreissig, beruflich noch beweglich, Eigenkapital knapp ausreichend
Kaufen
- Wohndauer über zehn Jahre absehbar
- Tragbarkeit klar erfüllt
- Region soll bleiben
Weiter mieten
- beruflicher Wechsel möglich
- Eigenkapital reicht knapp
- Tragbarkeit grenzwertig
- Reserve würde aufgebraucht
Unsere Einschätzung
Bei knappem Eigenkapital und beruflicher Beweglichkeit ist Weitermieten die solidere Wahl. Bauen Sie das Eigenkapital weiter auf — mehr Eigenmittel senken später gleich zwei Positionen in der Tragbarkeitsrechnung. Ein Kauf, der die letzte Reserve aufbraucht, macht bei der ersten grösseren Reparatur Probleme.
Sie sind Mitte vierzig, Familie, stabile Situation, solides Eigenkapital
Kaufen
- lange Wohndauer
- Tragbarkeit erfüllt
- Gestaltungsfreiheit gewünscht
- Schutz vor Kündigung
Weiter mieten
- kein Interesse an Unterhalt
- Kapital anders angelegt
Unsere Einschätzung
Bei langer Wohndauer, erfüllter Tragbarkeit und solidem Eigenkapital spricht das meiste für den Kauf. Rechnen Sie aber ehrlich: mit allen Wohnkosten, dem Eigenmietwert und den Opportunitätskosten des gebundenen Kapitals — und ohne eingerechnete Wertsteigerung.
— Zur Einordnung
Mieten ist nicht rausgeworfenes Geld
Der Satz hält sich hartnäckig, ist aber falsch. Wer mietet, bezahlt für ein Dach über dem Kopf — genau wie eine Eigentümerschaft für Hypothekarzins, Unterhalt und Nebenkosten bezahlt. Der Unterschied liegt in der Amortisation: Sie baut Vermögen auf. Der Zins dagegen ist wie Miete Aufwand ohne Vermögensbildung. Wer beide Seiten ehrlich rechnet, findet den Unterschied netto oft kleiner, als die verbreitete Erzählung vermuten lässt.
Die Wohndauer ist die wichtigste Einzelgrösse
Erwerbs- und Verkaufsnebenkosten machen zusammen leicht sechs Prozent des Objektwerts aus — Handänderungssteuer, Notariat, Grundbuch, später Maklerhonorar und Grundstückgewinnsteuer. Auf fünf Jahre verteilt ist das über ein Prozent pro Jahr, was den Kauf gegenüber der Miete oft unattraktiv macht. Auf zwanzig Jahre verteilt fällt es kaum ins Gewicht. Wer nicht weiss, wie lange er bleiben will, sollte diese Unsicherheit als Argument für die Miete werten.
Ohne Wertsteigerung rechnen
Über zwölf Monate sind die Preise im Kanton Bern um rund 2.8 bis 2.9 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung fortzuschreiben ist eine Annahme, keine Prognose. Eine Kaufrechnung, die nur mit unterstellter Wertsteigerung aufgeht, ist keine Rechnung, sondern eine Wette — und Sie tragen das Risiko allein. Rechnen Sie ohne Wertsteigerung; wenn sie eintritt, ist es ein Gewinn und keine Voraussetzung.
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— Häufige Fragen
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